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Scott Pilgrim gegen die Welt: Das Spiel

Scott Pilgrim gegen die Welt: Das Spiel

Es ist ein einziges Chaos. Scott Pilgrim verhaut Ramona Flowers, Kim Pine verprügelt Stephen Stills, der bewirft sie mit einer Mülltonne und klaut ihr die klimpernden Münzen vor der Nase weg. Dazwischen zahllose Pixelgegner, die das Chaos im Chaos nicht besser machen und auch hauen, werfen, springen, schlagen. Eine typische Szene aus dem Multiplayer von Scott Pilgrim gegen die Welt: Das Spiel.

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Mit vier Freunden macht ein klassischer Brawler wie Scott Pilgrim gegen die Welt: Das Spiel am allermeisten Spaß. Herrlich, so ein seitwärts scrollendes Prügelspiel ohne viel Anspruch. Es lässt sich nicht abschließend sagen, was so lustig an dem Spielchen ist, abseits der stupiden Prügelei. Vielleicht ist es die knallbunte, grobkörnige Sprite-Grafik. Die sorgt dafür, dass das Spielchen wie eine dieser Cracker-Demos aus C64-Zeiten aussieht. Nur spielbar eben.

Die Story orientiert sich strikt an den Comics von Bryan Lee O'Malley, die wiederum die Vorlage für den am 13. August in den USA erscheinenden Hollywoodfilm Scott Pilgrim vs. the World sind, dessen patronierendes Produkt wiederum Scott Pilgrim gegen die Welt: Das Spiel ist. Die Mission ist, alle sieben bösen Ex-Liebhaber von Ramona Flowers zu besiegen, damit Scott seine Angebetete endlich in die Arme schließen und abknutschen darf.

Am Ende eines jeden Level warten die bösen Ex-Boyfriends, um uns in einem furiosen Bossfight zu erledigen. Auf dem Weg dorthin warten ellenlange Prügeleien, die immer wieder unterbrochen werden durch Level-Ups des Helden, die ihm neue Moves sowie mehr Power und Widerstandskraft spendieren. Je höher der Level steigt, umso verrückter werden die Moves - grinsende Gesichter bei den Mitspielern sind garantiert. Die Sprite-Gegner von Scott & Co. sind in ihrer Schlichtheit schick gemacht und sorgen immer wieder für leicht infantile Lacher. Der Begriff Totblitzen bekommt zum Beispiel eine neue Bedeutung, wenn eine Meute wilder Paparazzi blitzend hinter Scott herjagt. Ebenso die Emo-Nerds mit Seitenscheitel, die einen desinteressiert und ohne jede erkennbare Emotion verkloppen.

Scott Pilgrim gegen die Welt: Das Spiel
Typisches Ende eines Disco-Abends: Alle sind voll, aber einer steht noch und will feiern. In diesem Fall ist das Matthew Patel, der erste böse Ex-Boyfriend der lieblichen Ramona Flowers.
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Das Spiel sprudelt nur so vor Videospiel- und Popquatschreferenzen (sicherlich auch deshalb, weil es der Comic tut). Scott's Band heißt Sex Bob-Omb, in einem Level fährt im Intro eine ewig lange Knight Rider-Limousine ins Bild, so dass Windowlicker Aphex Twin stolz wäre. Auch in den hübsch animierten Hintergründen findet sich einiges.

Zum Beispiel die Eingänge zu geheimen Bonuswelten, Abkürzungen und den zahlreichen Shops, wo die eingesammelten Dollars in Items umgemünzt werden. Die haben entweder temporäre Wirkung und verbessern die Lebensenergie oder den Balken für die Spezialattacke. Oder sie sorgen dauerhaft dafür, das Angriffskraft und Verteidigung steigen (etwa mit einem hübschen Band-Shirt und dazu passender Kappe). Außerdem gibt's Fajitas, Latte on Ice, Sushi - lauter cooles Essen für coole High-School-Kids...

Negativ fällt schnell die zu generische Gestaltung der Gegner auf, die sich einerseits optisch, aber auch thematisch wiederholen. Auf die immer gleichen zehn Gegnertypen einzuprügeln, nervt relativ schnell. Ebenso wie die Musik, die eher eine krude Mischung aus The Great Gianna Sisters und den Sounds der Fischhallen-Pop-Kombo Scooter ist als ein ehrwürdiger Retro-Soundtrack.

Neben dem regulären Spiel (heute hieße das wohl: der Kampagne), das man alleine oder mit bis zu vier Spielern zocken kann, gibt es zwei Extras. Einmal den Modus Boss Rush, wo wir alle Bosse hintereinander auf Zeit erledigen dürfen. Unterhaltsamer und langlebiger ist dagegen Survival Horror, wo wir gegen eine Zombie-Armee ankämpfen, deren Kämpfer zwar langsam sind und ultraviel einstecken, aber eben immer, immer mehr werden. Ein Spiel auf Zeit, nur für den Highscore. Es gibt übrigens drei Schwierigkeitsgrade. Der höchste ist so hart, wie Sprite-Spiele damals waren. Manche nennen es herausfordernd, manche frustrierend.

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KRITIK. Von Martin Eiser

Es ist absolut verrückt. Aber im Grunde, wenn man ein bisschen etwas über den Film oder den Comic weiß, doch so konsequent.



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