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Dirt 3

Angespielt! Dirt 3

Gamereactor hat einen Rally-Fanatiker nach Wales geschickt, um das kommende Rallyespiel von Codemasters unter die Lupe zu nehmen. Und dies hat er in unzähligen Stunden auf und neben den schmutzigen finnischen Waldwegen auch getan.

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Nicht nur wir bei Gamereactor lieben es, auf finnischen Waldwegen rumzubrettern und die Zuschauer mächtig mit Schotter zu befeuern. Nun will Codemasters dieses Erlebnis mit Dirt 3 auf ein neues Level heben. Denn egal wie gut Colin McRae: Dirt 2 auch war, darf man nicht die Tatsache vergessen, dass wir dort die ganze Zeit das Gleiche gemacht haben. Wieder und wieder. Das wissen sie auch bei Codemasters und wollen nun ein stärker variiertes Rallyerlebnis bieten. Um das zu erreichen, soll Dirt 3 "nur" zu sechzig Prozent aus Rally- und Trailblazer-Events bestehen soll, wobei die Rally-Etappen dominieren werden.

Die Reise rund um den Globus bringt uns dieses Mal an Orte wie Norwegen, Kenia, Monaco, Finnland, Aspen und noch viele andere mehr. Dort sind die bekannte Spielmodi Rally, Trailblazer, Landrush und Hill Climb am Start, baer auch eine richtige Neuerung, nämlich Gymkhana. Dies ist ein Phänomen, das dank der Internetvideos von Ken Block weltberühmt geworden ist, in denen man ihn mit allen möglichen hysterisch getrimmten Rallyrennern beeindruckende Tricks vollführen sieht. An der Battersea Station in London hat Codemasters den virtuellen DC Compound aufgebaut, wo uns ein großes Gebiet zur Verfügung steht, um ganz nach Lust und Laune herumzuspielen. Während man den Karriere-Modus durchpflügt, eröffnen sich dabei immer neue Abteilungen.

Dirt 3
Mit fetten Drifts und teuflischem Turbodruck macht das Leben richtig Spaß, besonders im neuen Gymkhana-Modus.

Der Gymkhana-Teil ist ganz neu, sowohl für Dirt 3 als auch für das gesamte Genre. Hier geht's um Präzisionslenken auf meist sehr engen Flächen, hier ist aktive Fußarbeit mit beiden Pedalen gefragt, schnelles Ziehen an der Handbremse und eifriges Steuern. Mit mehr als doppelt so vielen Pferdestärken wie bei einem normalen Rallyauto hat man hier eine ganze Menge zu tun, es ist nämlich schon richtig verteufelt sauschwer, überhaupt eine Grundkontrolle über das Auto zu bekommen. Ein megastarkes Drehmoment, Bremsen, die sich kräftig in den den Asphalt beißen und eine Gewichtsverlagerung, die nicht von dieser Welt ist, tragen dazu bei, Gymkhana zu einem äußerst unterhaltsamen Spielmodus zu machen.

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Man kann sich sogar mit ein paar einfachen Knopfdrückern beim Rumdüsen auf dem DC Compound aufnehmen und die Wiederholungen auf Youtube posten. Codemasters wird jedoch auch ein eigens designtes Steuermodul namens Tricksteer anbieten, mit dem alles noch einfacher gehen soll. Ob man damit oder mit der normalen Spielkontrolle spielen will, bleibt einem aber selbst überlassen.

Die Fahrphysik hat sich seit Colin McRae: Dirt 2 deutlich verändert. Dies merkt man sofort bei einer Probefahrt in den finnischen Urwäldern, wenn man zwischen Kiefern und Sprungschanzen umherbrettert. Dieses Mal wurde die künstliche Bodenhaftung sparsamer eingesetzt, so dass man sich nicht mehr darauf verlassen kann und stattdessen mit minimalen Lenkbewegungen arbeiten muss. Was sich zunächst fast unmöglich anfühlt, verwandelt sich schnell in ein absolut logisches System, in dem ein brutaler Fahrstil schonungslos bestraft wird. Auch der Untergrund wurde verändert, so dass wir bedeutend mehr Unebenheiten erleben: Löcher in der Straße, Vertiefungen neben der Bahn und wenn man auf Schnee fährt, wird man außerdem Reifenspuren ins Weiß treiben, die die Straßenlage beeinflussen, sobald man noch einmal auf ihnen fährt.

Dirt 3
Auch Klassiker stehen im Fuhrpark, dieser Audi Ur-Quattro ist jedenfalls eine absolute Schönheit.

Dass Codemasters Dirt 3 auf das nächste Level gebracht haben, wird deutlich, wenn Rallyexperte Kris Meeke über die Verbesserungen am Physiksystem und den Einstellungsmöglichkeiten spricht. Kris, der übrigens bei der nächsten Runde der WRC-Meisterschaft einen Mini fahren wird, erzählt, dass er in Dirt 3 nun seine eigenen Autoeinstellungen benutzen kann. Er übernimmt die Einstellungen für die Federung, das Differential, den Reifendruck und vieles andere mehr und bekommt so in Dirt 3 mehr oder weniger das gleiche Resultat wie auf matschigen Waldwegen in der Realität.

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Es ist schwer, nicht voller Hoffnung zu sein, wenn man Codemasters über Dirt 3 reden hört. Weniger Herumdröhnen in gigantischen Jeeps und Buggies und mehr richtige Rally. Außerdem wird größere Abwechslung versprochen, man soll im Karrieremodus keine Strecke zweimal fahren müssen. Es wird neue Strecken geben, auf denen man selbst die Tageszeit bestimmen kann, mit besseren Wettereffekten, realistischerer Fahrphysik, größeren Herausforderungen und vor allem mit mehr Wahlmöglichkeiten.

Jetzt nur noch die geplanten, verbesserten Onlinefunktionen dazudenken, so dass man mit Freunden in individuell zugeschnittenen Wettbewerben konkurrieren können. Oder wieso nicht zusammen mit dem besten Kumpel auf dem Sofa hängen und gemeinsam zocken? Ja, richtig gelesen, der Splitscreen ist wieder da. Wenn Codemasters all das halten können, was sie versprechen, dann kann es wirklich sein, dass wir hier das beste Rallyspiel aller Zeiten kriegen.

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